Cesar Millan live

Ein paar Wochen ist der 28. September jetzt schon her, aber er wird mir sicher lange in Erinnerung bleiben. Denn ich war in der Live-Show von Cesar Millan, und es war ein wirklich toller Abend!

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Ich hatte ja im Vorfeld bereits über die Kontroversen um Cesar Millan berichtet. Nach dem Besuch der Show verstehe ich noch ein bisschen weniger, warum man ihn verteufeln sollte. Es ging den ganzen Abend um Harmonie, das Respektieren gegenseitiger Bedürfnisse, besseres Verständnis füreinander… Klingt nach langweiligem Kuschelkurs? Nein, langweilig war uns definitiv nicht.

Millan weiß ganz genau, wie er aussieht, welche Präsenz er hat, und wie man das nutzt. Ein paar Glanzlichter:

  • Er bedankte sich für den netten Empfang in Deutschland. „I don’t know if you guys know – but you’ve got a r-e-p-u-t-a-t-i-o-n. But that’s fine, I don’t look at the breed. You’ve got to meet the individual!“
  • Dann war da die Geschichte von seiner Klientin, nennen wir sie Sheila: Sheila war ein Katzenmensch gewesen, bis sie seine Show sah. Dann fuhr sie ins Tierheim, um sich einen Hund auszusuchen – und verliebte sich in einen Rottweiler. Als sie mit ihm nach Hause kam, versammelten sich die entsetzten Nachbarn vor dem Haus und fragten, ob sie nicht Angst hätte, der Rottweiler könnte ihre Katze fressen. Währenddessen räkelt sich die Katze drin auf dem Sofa (und jetzt müsst ihr euch vorstellen, wie der weltbekannte Hundetrainer die Katze pantomimisch nachmacht!), versucht, ein Loch in die Wand zu starren, nimmt endlich den Trubel vor dem Haus zur Kenntnis und geht zur Tür, um dahinter zu warten. Draußen nimmt Sheila ihren Mut zusammen, erklärt ihrem neuen Hund, dass er jetzt seine Schwester kennenlernen würde, und öffnet die Tür. Die Katze wischt dem Hund eine, dreht sich rum, stolziert ins Zimmer und erklärt dem Hund, wie der Hase läuft: „Das ist meine Couch. Das sind meine Kissen. Das ist mein Fenster. Schau das Fenster gar nicht an, es ist nur meins. Ach ja, und um den Menschen kümmere ich mich später.“ Einige Wochen nach diesem Kennenlernen ruft Sheila dann Cesar an und bittet um Hilfe – nicht etwa, weil der Rottweiler die Katze terrorisiert, sondern weil er nicht auf sein Frauchen, sondern nur auf die Katze hört.

Die Show hat uns definitiv Spaß gemacht, und ich habe auch wieder einige Denkanstöße aufgeschnappt – dank Millans Show geht der Flaschengeist inzwischen mit echter Begeisterung spazieren und sogar recht manierlich an der Leine. Und wenn dieses Angsthäschen nicht traumatisiert wird, fällt es mir schwer, mir vorzustellen, dass das bei anderen Hunden der Fall sein sollte.

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