Cover "Die Chroniken der Seelenwächter 1 - Die Suche beginnt"

Nicole Böhm: Chroniken der Seelenwächter 1 – „Die Suche beginnt“

Mit den „Chroniken der Seelenwächter“ legen die Debut-Autorin Nicole Böhm und die Greenlight Press eine Serie vor, die formal in beinahe jeder Hinsicht ungewöhnlich ist, inhaltlich jedoch in der besten Tradition des Urban Fantasy-Genres steht. Der Leser begleitet die junge Jess und ihre übernatürliche Beschützerin Violet auf ihrer Reise in eine fremde, ebenso unheimliche wie faszinierende Welt.

Zuerst wollte Nicole Böhm über Vampire schreiben, aber das fühlte sich einfach nicht richtig an, schreibt sie in ihrem Nachwort zum Serienstart. Sie entschloss sich also, ihre eigene Welt zu erfinden, und so schenkt sie uns eine Serie, die mal mit anderen Helden und Bösewichtern aufwartet, als wir es gewohnt sind. Es ist – und das sage ich als erklärter Fan von Vampirgeschichten – eine sehr angenehme Abwechslung, auch mal wieder Schritt für Schritt die Stärken, Schwächen und Eigenheiten unbekannter Figuren und Spezies entdecken zu dürfen. Selbst denken und rätseln muss man auch, denn die Autorin verzichtet dankenswerterweise auf lange Erklärungen zu Beginn und wirft ihre Leser direkt ins kalte Wasser. Die Handlung beginnt unmittelbar und nimmt sofort Fahrt auf; und schon am Anfang verschwimmt die Grenze zwischen den Guten und den Bösen. Eine eindeutige Wahrheit kann es schon deshalb nicht geben, weil wechselweise aus der Perspektive von zwei Figuren erzählt wird, die zumindest vorerst zu verschiedenen Fraktionen gehören.

Doch ein paar Worte zur Geschichte: Jessamine, genannt Jess, hat schon kurz nach ihrer Geburt Violet als Beschützerin zugeteilt bekommen. Violet tarnt sich als Mensch und wuchs scheinbar mit Jess auf, in Wahrheit ist sie jedoch ein Schutzgeist, der Jess vor übernatürlichen Bedrohungen beschützen soll. Um nach Hinweisen auf das mysteriöse Verschwinden ihrer Mutter zu suchen, entzieht das Mädchen sich für kurze Zeit Violets Kontrolle. Sofort wird sie mit der übernatürlichen Welt konfrontiert: Ein Schattendämon macht Jagd auf sie, und sie wird von einem Seelenwächter gerettet, der sie zur vollständigen Heilung mit in sein Zuhause nimmt. Dort trifft Jess zum ersten Mal auf Jaydee, dessen einzigartiges Erbe für eine turbulente Beziehung zwischen den beiden sorgen wird.

Es fällt schwer, den Kindle beim Lesen aus der Hand zu legen. Ich habe den ersten Band mehr oder weniger über Nacht verschlungen. Das liegt zum einen daran, dass die Geschichte ungeheuer fesselnd ist. Die Charaktere haben Tiefe (von der ich hoffentlich bald in der Fortsetzung mehr ergründen werde), die Welt der Schattendämonen und Seelenwächter wurde gerade erst angerissen und verspricht noch jede Menge Überraschungen. Zum anderen wäre da das Format: Die „Chronik der Seelenwächter“ erscheint als monatliche Reihe. Immer zum 20. erscheint ein E-Book, das um die 140 Seiten stark ist, und alle zwei Monate werden zwei Bände in einem Taschenbuch zusammengefasst. Dieses Format hat der Verlag Greenlight Press bereits mit zwei anderen Serien erprobt, und ich bin sehr gespannt, wie ich das im Lauf der Zeit finden werde. Noch ist es einfach, denn es gibt schon vier Bände, damit muss ich mich noch nicht so sehr in Geduld üben. 😉

Wer also gerade auf der Suche nach einer neuen „Droge“ ist und Urban Fantasy mag: Ich kann die „Chroniken der Seelenwächter“ sehr empfehlen! Nähere Informationen findet man regelmäßig auf der (charmanterweise von der Autorin selbst betreuten) Facebook-Seite, der Homepage der Serie (die unter anderem mit illustrierten Charakter-Porträts der Figuren aufwartet) und natürlich direkt beim Verlag.

 

Cover "Die Chroniken der Seelenwächter 1 - Die Suche beginnt"
Seit Dezember 2015 hat das Buch ein neues, von der Autorin Nicole Böhm gezeichnetes Cover. Zu sehen ist natürlich Jess
© Greenlight Press

 

Neu: Zu dieser Serie gibt es ein ausführliches Porträt mit Links zu allen Bänden!

Zum Porträt der Serie

 

Disclaimer: Vielen Dank an die Greenlight Press für das Rezensionsexemplar! Alle hier geäußerten Meinungen und Eindrücke sind dennoch uneingeschränkt meine eigenen.

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