Sergeant Stubby – ein Veteran wird berühmt

Hallo, liebe Zweibeiner!

Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um wieder meinen Mut zu sammeln und euch zu schreiben… Aber ich wollte euch so gerne noch erzählen, wie es mit Sergeant Stubby weiterging! (Die Teilzeitbretonin sagt, wenn ihr den Anfang der Geschichte nicht gelesen habt, dann sollt ihr das schnell nachholen.) Wenn ihr mitgelesen habt, wisst ihr ja noch, dass Stubby im Krieg sehr tapfer war und danach mit seinem Menschen nach Amerika zurückgekehrt ist. Das war aber erst der Anfang von Stubbys Ruhm!

Stubby (von dem ich euch ja schon erzählt habe, dass er in Bezug auf Menschen SEHR leichtsinnig war) mochte Paraden. Er hatte ja gelernt, mit den Soldaten zu marschieren… Also bekam er ein Geschirr, an dem man eine kleine Fahne festmachen konnte, und damit marschierte er dann, und ganz viele Menschen bewunderten ihn:

Courtesy of Division of Armed Forces/Smithsonian National Museum of America History
Courtesy of Division of Armed Forces/Smithsonian National Museum of America History

Er trat im Vaudeville (das ist sowas wie Theater, sagt die Teilzeitbretonin) auf, zum Beispiel auch mit Mary Pickford, die noch berühmter wurde als er. Davon hatte sein Mensch aber bald genug, weil es ziemlich anstrengend war. Er wollte lieber zurück nach Hause zu seiner Familie und wieder arbeiten gehen. Dahin konnte er Stubby nicht immer mitnehmen, deshalb durfte er dann bei der Schwester von Robert Conroy bleiben. Außerdem war Stubby auf Lebenszeit Mitglied bei der YMCA, und auf seinem Ausweis stand, dass er dort schlafen durfte, wann immer er wollte – und außerdem konnte er sich drei Knochen pro Tag abholen! Drei (!) Knochen – jeden Tag! Ich glaube, Stubby war ein sehr glücklicher Hund.

Er war auch noch in anderen Veteranenvereinigungen. Die betrachteten ihn dann alle irgendwie als ihr Maskottchen. (Ganz schön anstrengend, wenn man für so viele Maskottchen sein soll!) Und immer wieder gab es Paraden, und ständig war Stubby in der Zeitung. Er hat drei aufeinanderfolgenden Präsidenten der USA die Pfote geschüttelt. So wichtig war ein Vierbeiner, dass die mächtigsten Zweibeiner der Welt ihn kennenlernen wollten. Ganz schön beeindruckend, findet ihr nicht auch? (So berühmt will ich als Maskottchen aber nicht werden… Ich meine, die haben ihn angefasst! Was da alles hätte passieren können!)

Außerdem war Stubby ein sportlicher Hund und mochte American Football. Als sein Mensch an der Catholic University von Washington, D.C. Jura studierte (er wusste also ganz genau, was man darf und was nicht), wurde Stubby auch noch Maskottchen der Footballmannschaft dort. In den Pausen durfte Stubby auf dem großen Feld den Football jagen, und das fand er ganz toll. (Ich jage natürlich nur, wenn keiner hinguckt. Was da alles passieren könnte!) Genau dasselbe geschah, als sein Mensch an die Georgetown University wechselte: Stubby wurde das Football-Maskottchen. Dort bekam er sogar einen vierbeinigen Nachfolger, als er ging.

In den nächsten Jahren ließ Stubby es dann etwas ruhiger angehen – schließlich wurde er auch nicht jünger. Er trat aber immer noch gern bei Paraden auf (manchmal durfte er da auch auf einem Wagen sitzen und sich fahren lassen) und war immer noch ein Magnet für Reporter. Am 16. März 1926 ist er dann gestorben – ganz friedlich in den Armen seines Menschen. Ganz viele wichtige Leute schrieben Briefe an Robert Conroy und sagten ihm, wie sehr sie Stubby vermissen würden. Der wollte sich aber noch nicht von ihm trennen und hat ihn ausstopfen lassen. Er wurde immer wieder in Museen ausgestellt, damit ganz viele Zweibeiner sehen konnten, was für ein toller Hund er gewesen war. Und manchmal war er wieder zuhause bei Conroy. Einmal hat die Wohnung gebrannt, als Stubby sich da war, mitten in der Nacht – und Conroy hat nur sich selbst (im Schlafanzug) und Stubby gerettet. 1956, dreißig Jahre nach Stubbys Tod, hat sein Mensch ihn dann dem Smithsonian geschenkt (das ist eine ganz große Stiftung in Amerika), und noch heute kann man ihn im National Museum of American History besuchen.

Robert Conroy hat das ganz oft mit seiner Familie gemacht, bis er dann selbst gestorben ist. Seine Familie sagt, dass Stubby wahnsinnig wichtig für ihn war – vielleicht hat er sogar den Krieg nur überlebt und ist danach wieder glücklich geworden, weil er so einen tollen Hund hatte. (So wichtig bin ich auch, sagt die Teilzeitbretonin.)

Das war doch eine tolle Hundegeschichte, oder? Stubby war nur ein Mischling, den keiner haben wollte – und dann hat er einen Zweibeiner gefunden, und alles wurde gut.

Bis bald,

euer kleiner Flaschengeist

 

P.S.: Die Teilzeitbretonin lässt euch ausrichten, wenn ihr jetzt noch mehr über Stubby wissen wollt, sollt ihr diese beiden Bücher lesen:

  • Ann Bausum: Sergeant Stubby. How a stray dog and his best friend helped win World War I and stole the heart of a nation. National Geographic Society, Washington 2014, 239 Seiten, 24 USD, ISBN-978-1-4262-1310-6
  • Edward Sumpter: Monumental Dogs. The amazing stories that inspired people to erect lasting tributes to our special canine friends. CreateSpace Independent Publishing Platform, 2012, 240 Seiten, 12,31 €, ISBN-978-1481229197

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