#ThrowbackThursday: Mein erster Urlaub in der Bretagne

Hallo, ihr Zweibeiner! Puh, ihr seht schon wieder ganz schön gefährlich aus… Die Teilzeitbretonin sagt, das kommt mir so vor, weil ich euch so lange nichts mehr erzählt habe. Sie findet, weil wir gerade in der Bretagne sind und es hier so schön ist, sollte ich euch davon erzählen, wie ich zum ersten Mal hier angekommen bin.

Von meinem Einzug bei der Teilzeitbretonin habe ich euch schon erzählt, wisst ihr noch? Da hatte ich ja noch ganz viel Angst vor allem (also, noch mehr als jetzt). Ich habe mich langsam eingewöhnt, hatte aber immer noch Bedenken, dass sie mich wieder hergeben würde. Deshalb habe ich nur auf der Teilzeitbretonin oder der weltbesten Öhrchenkraulerin geschlafen – so konnten sie sich nicht wegschleichen, ohne mich zu wecken. (Wenn man so klein ist, muss man eben mit allen Tricks arbeiten.) Und wenn sie mich allein gelassen haben, war ich verzweifelt und habe ganz schlimm geweint, deshalb haben sie mich da noch nicht so lang allein gelassen und nur, wenn es gar nicht anders ging, glaube ich. Nach ungefähr zwei Wochen wurde alles komisch: Meine Zweibeiner fingen an, hektisch im ganzen Haus herumzulaufen, sich sehr laut zu unterhalten und ihre Sachen zu verräumen. Mir war das ziemlich unheimlich, deshalb wollte ich auf den Arm, und wenn das nicht ging, dann habe ich mich versteckt. Aber das ging den ganzen Tag so weiter, bis abends! Ich war ja so erleichtert, als die Teilzeitbretonin dann endlich Vernunft angenommen hat und wir ins Bett gegangen sind. So müde, wie ich war, bin ich sofort eingeschlafen. Doch am nächsten Morgen ging der Wahnsinn weiter: Der Wecker hat viel früher geklingelt als sonst, und die Teilzeitbretonin und ihre Eltern haben wieder angefangen, Sachen zu verräumen… Und das schwarz-weiße Krümelmonster war auch ganz nervös. Ich habe versucht, ihn zu fragen, was los ist, aber er ist nur rumgehüpft wie ein durchgeknallter Flummi und hat mich noch mehr erschreckt. Und dann kam das Schlimmste: Sie haben meine Spielsachen und mein Körbchen zusammengesucht und rausgebracht! Ich war am Boden zerstört. Das konnten sie doch nicht machen! Die Teilzeitbretonin hatte doch versprochen, mich zu behalten – und ich war doch auch so lieb gewesen! Ich hatte sie alle andauernd meine Öhrchen kraulen lassen! Ich habe mich versteckt, so gut ich konnte. Aber natürlich haben sie mich gefunden, und die Teilzeitbretonin hat mich aufgehoben… Ich habe ihnen mein Bäuchlein gezeigt und versucht, zu sagen, dass ich doch so lieb war und noch viel lieber sein wollte, wenn sie mich behalten würden. Die Teilzeitbretonin und ihre Mutter hatten Tränen in den Augen, als sie mich zum Auto getragen haben. Heute weiß ich, dass es ihnen das Herz gebrochen hat, dass ich solche Angst hatte – aber damals war ich sicher, dass es wieder Abschied nehmen hieß. Wir fuhren also los, und mir wurde sofort schlecht. Ich fing an zu spucken, aber wir hielten nicht an. „Das würde sie jetzt nur noch mehr aufregen“, sagte die weltbeste Öhrchenkraulerin. Nach einer EWIGKEIT hielt das Auto dann doch. Ich schaute mich um: Wir waren auf einer Wiese mit Tischen, und nebenan fuhren Autos vorbei! (Viel zu schnell! Wussten die denn nicht, wie gefährlich das war?) Aber eines gab es nicht: andere Zweibeiner, die mich abholen wollten. Stattdessen streichelten mich alle und erzählten mir, wie tapfer ich gewesen war. Dann wollten sie mich also doch nicht loswerden? Waren wir etwa umgezogen und wollten jetzt hier wohnen? Ich fing an, mich umzuschauen und mein neues Revier genauer zu untersuchen. „Du bist ein kleines Dummchen“, sagte die Teilzeitbretonin und trug mich wieder ins Auto. Und so ging das weiter. Den ganzen Tag. Abends, als es schon dunkel wurde, hielten wir dann vor einem Haus an. Hier ließen sie mich auch endlich von der Leine, und ich sah mir alles genau an. Gar nicht so schlecht eigentlich: Es gab eine Couch! Und Betten! Und Hundefutter! Wenn sie jetzt hier wohnen wollten, war das von mir aus in Ordnung. Jetzt verstand ich auch, warum das schwarz-weiße Krümelmonster zwar aufgeregt, aber nicht beunruhigt gewesen war. Und über dem Gedanken schlief ich ein. In den nächsten Tagen stellte ich fest, dass hier einfach alles besser war: Die Zweibeiner waren den ganzen Tag zuhause oder nahmen uns mit, sie waren viel entspannter als vorher, und wir waren einen großen Teil des Tages im Garten… oder am Strand! Aber das war mir fast noch zu aufregend – so viel Platz! Und wenn man nicht aufpasst, kriegt man nasse Pfötchen! Außerdem war ich ja noch so klein… Und musste viel schlafen, um zu wachsen. Die Teilzeitbretonin lacht darüber, dass es aus dem Urlaub fast nur Fotos von mir gibt, auf denen ich schlafe – quasi überall…

So, ihr Zweibeiner, von der vielen Diktiererei brauche ich jetzt eine Pause. Schließlich sind wir hier im Urlaub! Bis bald, euer kleiner Flaschengeist

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