Cassandra Clare: Chroniken der Unterwelt 6 – „City of Heavenly Fire“

Das Finale der Saga beginnt düster: Clarys halbdämonischer Bruder Sebastian verwandelt mit Hilfe des Höllenkelchs Nephilim in Erdunkelte, die ihm willenlos ergeben sind und in seinem Auftrag ihre Geschwister, Partner und Freunde ermorden oder wandeln. Der Rat der Nephilim unterschätzt die Bedrohung durch die Erdunkelten aufgrund ihrer geringen Zahl, doch ihre Kräfte sind denen der Schattenjäger um ein Vielfaches überlegen – und Letztere scheuen sich, Monster mit den Gesichtern ihrer Lieben zu töten.

© Arena Verlag
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Clary, Jace und ihre Freunde versuchen, den anderen begreiflich zu machen, wie gefährlich Sebastian wirklich ist, doch zunächst ohne Erfolg. Jace, in dessen Adern seit der Verwundung durch das Engelsschwert Glorious das Himmlische Feuer fließt, muss sich in Selbstbeherrschung üben: Jordan Kyle, Werwolf und Mitglied der Praetor Lupus, unterrichtet ihn in Meditation. (Wer die vorhergehenden Teile oder auch nur einen davon gelesen hat, weiß, dass die Worte „Meditation“ und „Jace“ nicht zusammenpassen.) Eine Notwendigkeit, denn sobald Jace die Kontrolle verliert, kommt das Feuer an die Oberfläche – eine Tatsache, die auch Clary das Leben schwer macht.

Training und Vorbereitung finden ein jähes Ende, als Sebastians Erdunkelte die die Zitadelle, die Werkstatt der Eisernen Schwestern und Waffenproduzentinnen der Schattenjäger, angreifen. Die Nephilim eilen zur Verteidigung und müssen sich der Tatsache stellen, dass die Erdunkelten weitaus stärker und rücksichtsloser sind als sie selbst. Als Sebastian dann die Vertreter der Schattenweltler, unter ihnen Jocelyn, Luke und Magnus kidnappt und mit der Vernichtung aller Nephilim droht – es sei denn, sie liefern ihm seine Geschwister aus – treffen Clary, Jace und die Lightwoods in typischer Manier eine waghalsigen Entschluss: Sie wollen Sebastian aufspüren, und zwar im Dämonenreich Edom. Werden sie die Geiseln befreien, die Welt retten und selbst aus Edom zurückkehren können?

 

Nachdem ich sehr verschiedene Meinungen zum finalen Teil der Saga gelesen hatte, war ich ein wenig unschlüssig, ob ich es lesen und mir vielleicht die anderen Teile verderben sollte, oder ob ich lieber mit der Ungewissheit leben wollte. Nachdem ich es nun gewagt habe, kann ich euch nur empfehlen, dasselbe zu tun: In meinen Augen ist das Ende absolut glaubwürdig. Die Story findet ihren Abschluss, die Charaktere entwickeln sich weiter. Clary kämpft mit der Erkenntnis, dass die Geschichte letzten Endes zwischen Sebastian und ihr entschieden werden wird, weil er auf sie fixiert ist, Jace muss lernen, auch mal nicht die Hauptrolle zu spielen und Alec und Isabelle werden gezwungen, sich mit ihren Gefühlen für Magnus und Simon auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen. Und wem das noch nicht Anreiz genug ist, dem sei noch etwas verraten: Auch die anderen Teile der Saga finden hier ihren Abschluss und werden zusammengeführt. Magnus schreibt seine Chroniken, und wir erfahren, was mit Jem aus den Chroniken der Schattenjäger geschehen ist…

 

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