Cover "Stadt der Finsternis - Die magische Gabe"

Ilona Andrews: Stadt der Finsternis – „Die magische Gabe“ (Kurzgeschichte)

Ist es wirklich zu viel verlangt, wenn ein Paar einen romantischen Abend in einem netten Restaurant verbringen will? Wenn das Paar aus Curran, dem Herrn der Bestien, und Kate Daniels, seiner Partnerin und Tochter des mächtigsten Mannes der Welt besteht, dann wohl ja. Noch vor der Vorspeise werden sie Zeugen des gewaltsamen Todes einer Frau und müssen eingreifen.

Diese Kurzgeschichte spielt exakt parallel zur Handlung von „Geheime Macht“ (Band 6). Vermutlich gibt es minimal weniger Spoiler, wenn man „Die magische Gabe“ zuerst liest, aber Überschneidungen wird es in jedem Fall geben. Einige Szenen werden in der Kurzgeschichte aus Kates Sicht erzählt und im Buch aus der von Andrea, ihrer Freundin und Kollegin.

Während Andrea also den Mord an einigen Gestaltwandlern aufklärt, sind Kate und Curran ebenfalls sehr beschäftigt: Bei ihrem missglückten Date beobachteten sie einen Gesellen des Volkes, der seiner Freundin, ebenfalls eine Navigatorin, eine Kette überreicht. Als sie sie um den Hals legt, wird sie innerhalb von Sekunden von dem Schmuckstück getötet. Damit erlangt der Vampir, den sie kontrolliert hatte, die Freiheit. Ihr Freund ist so geschockt und außer sich, dass auch er die Kontrolle über seinen Untoten verliert. Die Vampire dringen ins Restaurant ein und werden zur Bedrohung für jedes Lebewesen darin – Kate und Curran sind zu schnellem Handeln gezwungen, um ein Blutbad zu verhindern.

Als sich die Lage ein wenig beruhigt hat, trifft das Aufräumkommando des Volkes ein, gefolgt von der Familie der Toten. Die Kette fällt vom Hals des Opfers ab, sein Vater greift danach – doch seine Frau ist schneller: Sie wirft die Kette nach ihrem Sohn, um dessen Hals sie sich prompt schließt. Zur allgemeinen Erleichterung stranguliert sie das Kind jedoch vorerst nicht. Da die Eltern offenbar nicht viel auf sein Leben geben und die Prioritäten des Volkes auch eher in der Vertuschung der Angelegenheit liegen, nehmen Kate und Curran den Jungen unter ihre Obhut. Sie versuchen, das Rätsel um die Kette zu lösen. Viel Zeit bleibt dazu nicht, denn sie zieht sich langsam immer fester zu.

Mysteriöse Runen auf dem Gold führen das Paar zu den Neo-Wikingern. Dort erfahren sie, dass das gefährliche Stück von einem Zwerg geschmiedet worden sein könnte, sein Wohnsitz jedoch versteckt ist. Es gibt ein Wesen, das ihnen darüber Auskunft geben könnte… Bedauerlicherweise ist es untot, kann nicht getötet werden und frisst Menschen. Doch wie könnte Kate weiterhin in den Spiegel sehen, wenn sie den Tod eines Kindes verschuldet hätte?

Die Kurzgeschichte ist gar nicht mal so kurz – einer der seltenen Fälle, in denen man sich über den Kaufpreis nicht ärgert, zumindest meiner Meinung nach. Sie ist außerdem nicht einfach nur Bonusmaterial, sondern eine eigene, in sich abgeschlossene Geschichte aus der Stadt der Finsternis und definitiv genauso gut wie die längeren Bücher. Wenn man, wie ich, Band 6 der Reihe gelesen hat und oder das noch vorhat, führt sie lose Fäden zusammen und beantwortet Fragen, die andernfalls offen bleiben müssten.

 

 

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