Cover "Black Dagger 7 - Menschenkind"

J. R. Ward: Black Dagger 7 – „Menschenkind“

Butch O’Neil war Polizist, bis er Beth während ihrer Transition zu Wrath brachte – nachdem er von der Existenz der Black Dagger erfahren hatte, konnten sie ihn nicht mehr gehen lassen. Unter normalen Umständen hätte das seinen Tod bedeutet, doch Wraths Einstellung zu Menschen hatte sich durch die Verbindung zum Halbblut Beth geändert, und außerdem verbürgte sich der Bruder Vishous für ihn.

Und so lebt Butch nun bei den Brüdern. Er hat seine Vorliebe für Haute Couture entdeckt, treibt viel Sport und trinkt Scotch. Denn viel mehr hat er nicht zu tun: Er darf nicht in die Welt der Menschen zurückkehren, und mit den Brüdern gegen die Lesser kämpfen darf er auch nicht. Immer mehr wird ihm bewusst, dass er eine Art Haustier ist – andere bestimmen über ihn, sie zahlen für seine Kleidung, sein Essen, sogar für seine Drinks im ZeroSum, dem Stammlokal der Brüder. Kein Wunder, dass Marissa, die schöne blonde Vampirin, die er bei Wrath getroffen hatte, nichts von ihm wissen will. Dabei hatte doch alles so gut angefangen: Bei ihrer ersten Begegnung war sie fasziniert von ihm gewesen. Doch darauf folgte eine Abweisung…

Marissa lebt ebenfalls ein Leben, über das sie nicht selbst bestimmt. Als Angehörige der Glymera, der Vampir-Aristokratie, unterliegt sie strengen Regeln. Die Einstellung der Glymera zu Frauen erinnert an das viktorianische 19. Jahrhundert der Menschen. Sie muss zu offiziellen Anlässen teure Roben und funkelnde Juwelen tragen, ansonsten soll sie bitte keinen Ärger machen. Doch das hat sie bereits getan: 300 Jahre lang war sie mit Wrath verbunden, doch es ist allgemein bekannt, dass der König sich nie für sie als Frau interessiert hat. Die Glymera gibt ihr die Schuld und unterstellt ihr einen Defekt. Marissa kann zwar aufgrund ihrer Blutlinie nicht ausgestoßen werden, lebt aber am Rande der Gesellschaft. Einzig ihr Bruder Havers, der beste Arzt der Vampire, unterstützt sie.

Nach ihrer Begegnung mit Butch hatte sie gehofft, alles würde sich ändern: Zum ersten Mal hatte ein Mann ihr den Hof gemacht. Und noch dazu ein so interessanter… Doch danach meldete er sich nicht mehr bei ihr, und als sie ihren Mut zusammennehmen und den ersten Schritt machen wollte, wies er sie ab. So ist sie mehr als erstaunt, als Vishous sie bittet, Butch in der Klinik zu besuchen – er sei bei einem Autounfall verletzt worden und bräuchte ihre Hilfe. Da Butch nicht wirklich einen Autounfall hatte und in einem Quarantäne-Zimmer liegt, muss Marissa ihren Besuch über mehrere Tage ausdehnen. Eine Zeit, in der die beiden sich aussprechen und einander wieder annähern. Doch es gibt so viel, das zwischen ihnen steht…

Wie es für J. R. Ward typisch ist, wird hier nicht nur eine Liebesgeschichte erzählt. Eingestreut werden Szenen, die verdeutlichen, dass weibliche Selbstbestimmung unter den Vampiren noch kein allzu bekanntes Konzept ist. Dementsprechend verlaufen Fälle von häuslicher Gewalt in aller Regel tragisch, und viele Frauen werden von den Männern, die für sie sorgen sollten, stattdessen unter Druck gesetzt und quasi gefangen gehalten – oder auch verstoßen. Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt in Band 8, „Vampirherz“.

 

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