Cover "Black Dagger 8 - Vampirherz"

J. R. Ward: Black Dagger 8 – „Vampirherz“

Seit Butch von den Lessern gefangen genommen und gefoltert wurde, verfügt er über eine neue Fähigkeit: Er kann die untoten Vampirjäger in sich aufnehmen und damit unschädlich machen. Danach ist er allerdings verseucht und muss von Vishous geheilt werden. Außerdem hat Butch ein privates Problem: Seine Geliebte Marissa muss sich, wie jeder Vampir, regelmäßig nähren. Als Mensch kann Butch ihr aber nicht geben, was sie braucht…

Einer alten Prophezeiung zufolge wird im Jahr 2007 der Zerstörer auftauchen – der Kämpfer, der eine Wende im Krieg der Vampire gegen die Lesser herbeiführen wird. Die Lesser sind untote Jäger, die von Omega erschaffen werden. Omega ist der Gegenspieler der Jungfrau der Schrift. Nachdem sie die Vampire erschaffen hatte, beschloss er, ihre Schöpfung zu vernichten. Und so wandelt er Menschen in Lesser um, indem er ihnen das Herz und die Seele nimmt und ihnen im Tausch ein Stück von sich einpflanzt. Damit verleiht er seinen Jägern übermenschliche Kräfte und eine Art Unsterblichkeit: Sie altern nicht und können nur endgültig zerstört werden, indem man ihnen ein Messer in die Brust rammt. Wenn das geschieht, kehren sie zu Omega zurück, sodass dieser wieder neue Rekruten umwandeln kann.

Der Ausweg aus dem Teufelskreis führt über Butch: Wenn er einen Lesser inhaliert, kehrt dieser nicht zu Omega zurück. Wenn das oft genug geschieht, müsste Omega geschwächt und schließlich irgendwann vernichtet werden. Der menschliche Cop wird damit zu einer wertvollen Waffe für die Bruderschaft, allerdings müsste er dazu einsatzfähig bleiben. Und das ist äußerst fraglich, nachdem er sich von Marissa getrennt hat. Als Mensch fühlt er sich unterlegen, ein Außenseiter in der Welt der Vampire. Vishous, der von Anfang an eine enge Bindung zu Butch aufgebaut hat und ihn keinesfalls verlieren will, greift nach einem Strohhalm: Butch zeigt für Menschen äußerst untypisches Verhalten. Er verströmt in Marissas Nähe einen Bindungsduft, er ist ungewöhnlich aggressiv, und er reagiert heftiger auf die Tatsache, dass seine Frau sich bei einem anderen nähren muss, als das bei einem Menschen zu erwarten wäre. Könnte es sein, dass Butch einen Vampir in seiner Blutlinie hat? Wenn ja, gäbe es die Möglichkeit, eine Transition zu erzwingen – allerdings ist die dazu notwendige Prozedur äußerst gefährlich, Butch könnte ohne Weiteres sterben.

Marissa leidet sehr unter dem Streit mit Butch, doch nachdem ihr Bruder sie vor die Tür gesetzt hat, hat sie sich geschworen, ihr Leben nicht mehr von anderen bestimmen zu lassen. Um anderen ihr Schicksal oder ein noch schlimmeres zu ersparen, gründet sie das Refugium: eine Einrichtung, in der Vampirinnen mit ihren Kindern Asyl finden können. Diese Charakterentwicklung, aber auch die von Butch, machen das Buch mehr als lesenswert. Sehr spannend fand ich auch die Prophezeiung und deren Auswirkungen auf das Leben eines Menschen, der vorher durch übermäßigen Alkoholkonsum und selbstzerstörerische Tendenzen bereits auf der Rampe nach unten zu stehen schien.

 

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