Cover "Black Dagger 9 - Seelenjäger"

J. R. Ward: Black Dagger 9 – „Seelenjäger“

Seit Butch und Marissa zusammen sind, fühlt Vishous sich einsam: Butch war der erste Mensch, der ihm wirklich etwas bedeutet hat. Und da V nicht ausschließlich auf Frauen steht, sind seine Gefühle für seinen Freund nicht rein platonischer Natur. Neben dem Gefühlschaos quält ihn ein wiederkehrender Alptraum, in dem er erschossen wird. Und so ist er kaum überrascht, als tatsächlich eine Kugel sein Herz durchbohrt…

Der verletzte V wird ins St.-Francis-Hospital eingeliefert, ein Krankenhaus der Menschen. Dort staunt Dr. Jane Whitcomb, die Leiterin der Notaufnahme, nicht schlecht: Das Herz ihres Patienten hat sechs Kammern, außerdem sind seine Zähne außergewöhnlich spitz – und als eine Krankenschwester seine Hand berührt, erleidet sie einen Anfall. Die resolute Ärztin lässt sich davon jedoch nicht aus der Fassung bringen und flickt ihren Patienten wieder zusammen. Erstens hasst sie es, jemanden auf dem Tisch zu verlieren, zweitens ist sie fasziniert von der ungewöhnlichen Erscheinung des großen Mannes mit den auffälligen Tätowierungen und den Narben, die auf ein traumatisches Erlebnis schließen lassen.

Als die Bruderschaft erfährt, was mit Vishous geschehen ist, rücken Butch, Phury und Rhage sofort aus, um den Verletzten zurückzuholen – schließlich sind es nur noch wenige Stunden bis zum Sonnenaufgang. Phury fällt dabei die Aufgabe zu, die Spuren in Computern, Kameras und menschlichen Gehirnen zu verwischen. Niemand soll sich erinnern, dass ein so ungewöhnlicher Patient jemals einen Fuß über die Schwelle des Krankenhauses gesetzt hat. Dabei wird er ausgerechnet von V sabotiert: Der besteht darauf, die menschliche Ärztin mitzunehmen. Darüber ist auch Wrath beim Eintreffen des Einsatzkommandos auf dem Anwesen total begeistert. Je länger der Zeitraum, der zwischen dem Erlebten und dem Auslöschen der Erinnerung vergeht, desto geringer der Erfolg. Es ist gefährlich für Jane und die Black Dagger, sie dazubehalten. Doch mit V ist nicht zu verhandeln. Eigentlich ist der Quell seiner Visionen seit einigen Wochen versiegt, doch Jane hat er gesehen. Außerdem will er die Hände noch nicht von seiner Ärztin lassen…

John leidet: Nach Wellsies Ermordung ist Tohr verschwunden, sodass er sein gerade erst gefundenes Zuhause wieder verloren hat. Obwohl die Bruderschaft sich um ihn kümmert und klar ist, dass er als Sohn des verstorbenen Kriegers Darius immer zu ihnen gehören wird, fühlt er sich einsam – und sinnt auf Rache. Nun, da er seine ersten beiden Lesser getötet hat und durch die Transition gegangen ist, wird er auch bald die Mittel dazu haben. In Blay und Qhuinn, die wie er das Trainingsprogramm der Bruderschaft besuchen, hat er treue Freunde gefunden. Zu schade nur, dass er im Gegensatz zu ihnen den nächtlichen Ausflügen ins ZeroSum nicht viel abgewinnen kann. Nach seiner Vergewaltigung kann er sich beim besten Willen nicht vorstellen, seinen neuen Körper mit jemandem zusammen auszuprobieren – obwohl er fasziniert von einer Frau ist. Ausgerechnet Xhex, die knallharte Sicherheitschefin des Clubs, hat es ihm angetan.

Wir erfahren endlich mehr über Vishous, der schon immer irgendwie mysteriös war. Seine leuchtende Hand, mit der er ganze Gebäude zu Asche verbrennen, aber auch Butch nach einer Verseuchung durch die Lesser heilen kann, verdankt er seiner Mutter. Die Härte, die er zur Schau trägt, seinem Vater: Der Bloodletter war ein Krieger, der für seine Grausamkeit berüchtigt war. Er hat seinen Sohn nicht geschont und schließlich sogar mit Warnungen in der Alten Sprache kennzeichnen lassen – Vs Tattoos sind keineswegs Körperschmuck. Dass jemand, der sonst auf beinharten SM steht und niemanden an sich heranlässt, plötzlich zu Wachs in den Händen einer menschlichen Frau wird, ist nicht ganz leicht zu glauben. Zu dem, was J. R. Ward uns in den vorhergehenden Bänden bereits über gebundene Vampire vermittelt hat, passt es aber durchaus. Vs Geschichte geht weiter in Band 10, „Todesfluch“.

 

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