Cover "Black Dagger 10 - Todesfluch"

J. R. Ward: Black Dagger 10 – „Todesfluch“

V ist auf dem besten Wege, sich an Jane zu binden. Die Aussichten für eine gemeinsame Zukunft sind aber nicht gerade rosig: Jane ist sterblich, und außerdem hat der Bruder in Bezug auf Sex recht außergewöhnliche Vorlieben, die seine Ärztin vermutlich nicht teilt. Das wäre vielleicht zu lösen, doch der Sohn der Jungfrau der Schrift hat sein Wort gegeben, eine arrangierte Ehe einzugehen.

Um der Bedrohung durch die Lesser etwas entgegensetzen zu können, wurde die Bruderschaft der Black Dagger gegründet. Die Krieger, die größer, stärker und aggressiver sind als normale Vampire und außerdem mit mächtigem Beschützerinstinkt und schneller Selbstheilung punkten können, sind das Ergebnis eines Zuchtprogramms. Über Jahrhunderte förderte man Verbindungen zwischen den stärksten Männern und den klügsten Frauen. Das Ergebnis waren zwei Säulen der Vampirgesellschaft: Die Söhne aus diesen Verbindungen wurden zu Brüdern, die Töchter zu Auserwählten. Die Auserwählten leben im Heiligtum der Jungfrau der Schrift. Ihre Aufgabe ist es, ungebundene Krieger zu nähren und die nächste Generation zu sichern. Dabei hilft ihnen der Primal: Ein Bruder hatte in vergangenen Zeiten immer bei den Auserwählten gelebt, sie beschützt und ihre Kinder gezeugt. Seit dem Tod des letzten Primals wurde die Position jedoch nicht mehr neu besetzt, da die Traditionen brachlagen und das System auch nicht mehr in die moderne Zeit passt.

Das Ergebnis ist leider, dass die Zahl der Brüder immer weiter schwindet. Denn nur Vampire, die aus der Verbindung eines Bruders mit einer Auserwählten hervorgehen, kommen als Anwärter in Frage. Die einzige Ausnahme war Butch. In seinem Fall hatte die Jungfrau der Schrift auf die Anforderung an die mütterliche Linie verzichtet, weil er als Zerstörer von unschätzbarem Wert im Kampf gegen die Lesser ist.

Doch wenn die Bruderschaft nicht aussterben soll, muss es mehr Nachwuchs geben. Ein neuer Primal muss eingesetzt werden – und die Jungfrau der Schrift hat ihren leiblichen Sohn Vishous dazu verpflichtet, noch bevor er Jane kennengelernt hatte. Obwohl er sich in der Zwischenzeit unsterblich in die menschliche Frau verliebt hat, muss er zu seinem Wort stehen – und sich mit vierzig Auserwählten vereinigen. Doch zuvor muss er Jane in ihr Leben zurückbringen und ihre Erinnerungen an ihn löschen.

An diesem Konflikt wird wieder einmal deutlich, warum die Bücher von J. R. Ward etwas Besonderes sind: Sie erschafft nicht nur großartige Charaktere, sie gibt ihnen eine ganze Welt. Komplett mit politischem System, Traditionen und allen Konflikten und Problemen, die dazugehören. Auf Vs Schultern lastet die Last der ganzen Vampirgesellschaft: Wenn er sich nicht als Primal zur Verfügung stellt, wird die Bruderschaft untergehen, und die Zivilisten werden den Lessern und Omega schutzlos gegenüberstehen. Gleichzeitig ist völlig undenkbar, dass er Jane aufgeben könnte. Und was soll ausgerechnet ein Mann, der mit Frauen auf dem „normalen“ Weg nichts anfangen kann, mit gleich vierzig Auserwählten, die keinerlei Erfahrung mit Männern, der realen Welt oder irgendetwas fernab ihrer Traditionen und Rituale haben? Wie kann man überhaupt ein System unterstützen, das das Schicksal von so vielen Männern und Frauen einzig von ihrer Abstammung abhängig macht? Die Auserwählte Cormia, die zur Ersten Partnerin bestimmt wurde, macht das sehr deutlich – sie hat Panik, will auf keinen Fall irgendetwas mit dem Primal zu tun haben und hätte sich freiwillig sicher nie für ein Leben im Heiligtum entschieden, wenn sie eine Wahl gehabt hätte.

 

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