Cover "Gestaltwandler 5 - Gefangener der Sinne"

Nalini Singh: Gestaltwandler 5 – „Gefangener der Sinne“

Ein Gestaltwandler, der sich nicht verwandeln kann – das ist Dorian Christensen. Nachdem er seine kleine Schwester an den Serienmörder Enrique Santana verloren hat, hasst er die Medialen. Das stellt ihn vor Schwierigkeiten, als er der Wissenschaftlerin, die Jon und Noor aus dem Labor gerettet hatte, gegenübersteht.

Ashaya Aleine wurde vom Rat gezwungen, an der Erschaffung von Implantaten zu arbeiten, die aus dem Medialnet tatsächlich ein kollektives Gehirn machen würden. Das Druckmittel: ihr Sohn Keenan. Offiziell darf er für sie nur der Träger ihrer Gene sein, denn Mediale empfinden nichts, nicht einmal Mutterliebe. Doch für Ashaya ist die Welt nicht nur schwarz und weiß. Sie braucht Silentium, um ihre Dämonen in Schach zu halten, aber durch traumatische Erlebnisse in ihrer Kindheit hat ihre Konditionierung Risse. Dieses Wissen ist ein weiteres Druckmittel, das Ratsherr Ming jederzeit gegen sie einsetzen könnte. Er tut es nicht, weil der schnellste und erfolgversprechendste Weg zur Realisierung der Implantate über Ashaya und ihre Fähigkeiten als M-Mediale führt, doch jeder Fehler kann zu ihrer geistigen Versklavung führen. Nicht einmal dieses Risiko konnte sie davon abbringen, die Kinder Jon und Noor zu retten, die ein psychopathischer Kollege für grausame Experimente gefangen gehalten hatte. Ashaya hatte sich an Tally McKade gewendet – und damit, ohne es zu wissen, die DarkRiver-Leoparden ins Spiel gebracht. Das Rudel hatte die Kinder geholt, und dabei geriet Ashaya ins Visier eines Scharfschützen.

Dorian liebt Waffen, insbesondere Gewehre, denn er kann sich nicht verwandeln. Er kompensiert den unerklärlichen Defekt sehr wirksam, auch in menschlicher Gestalt kann der Wächter der Leoparden die meisten zwei- und vierbeinigen Raubtiere zur Strecke bringen. Der eingesperrte Leopard in seinem Inneren ist eine Quelle für seelischen Stress, aber nicht die schlimmste. Dorian leidet wahnsinnig darunter, dass er seine Schwester Kylie nicht retten konnte. Nach ihrem Tod nahm er blutige Rache an ihrem Mörder, doch das genügte nicht, um ihn zu besänftigen. Er schwor sich, den Rat der Medialen zu vernichten. Mit der Geduld des Scharfschützen wartet er auf seine Gelegenheit.

Es ist jedoch kein Ratsmitglied, das ihm ins Visier läuft, sondern die rätselhafte M-Mediale. Ashaya hatte als Gegenleistung für die Rettung von Tallys Kindern von den Raubkatzen verlangt, ihren Sohn zu entführen und zu beschützen. Damit hatte sie vorsichtige Sympathien gewonnen, denn nichts ist den Rudeln wichtiger als der Schutz der Jungen. Nachdem Keenan aus der Schusslinie gebracht worden war, konnte Ashaya selbst fliehen. Das war notwendig, denn ihr Gewissen erlaubt es ihr nicht, die Implantate zu bauen, die jede Individualität zerstören und dem Rat zu unbegrenzter Macht verhelfen würden. Dorian gewährt ihr Zuflucht, was ihn in einen Konflikt mit sich selbst stürzt: Die rätselhafte Frau liegt ihm im Blut, doch eine Mediale zu lieben wäre Verrat an seiner ermordeten Schwester…

Ashaya sucht nach einer Möglichkeit, ihren Sohn dauerhaft zu schützen. Dabei hilft es nicht, dass ihre Zwillingsschwester Amara, die keine Moral, keine Skrupel und keine Gefühle kennt, sie jederzeit aufspüren kann und fest überzeugt ist, dass Ashaya ihr gehört. Das Band der Schwestern ist nahezu unzerstörbar und kann Ashaya zum Verhängnis werden. Kann sie sich dem rätselhaften Leoparden anvertrauen? Wird Dorian sie retten – oder wird der Scharfschütze sie selbst töten?

Der fünfte Band der Reihe treibt die Rahmenhandlung stark voran. Wir erfahren mehr über die Absichten des Rats und die politischen Hintergründe der Geschehnisse, die die Welt der Gestaltwandler zunehmend erschüttern. Die Stabilität des Medialnet scheint gefährdet, und jede größere Erschütterung könnte die ganze Welt und alle drei Spezies ins Chaos stürzen. Das ist eine der besten Eigenschaften der Reihe: So mitreißend die Geschichte um die einzelnen Paare sein mag, sie drängt den Krimi um den Konflikt der Spezies und den Kampf für oder gegen Silentium nie dauerhaft in den Hintergrund. Wer die Serie lesen möchte, sollte es unbedingt von Anfang an und der Reihe nach tun. Im Notfall könnte man sicher auch ein einzelnes Buch verstehen, weil die Geschichten der Paare in sich geschlossen sind, aber wer Bände überspringt, wird von einer Vielzahl ihm unbekannter Figuren überrollt, und versteht die Hintergründe und die Anspielungen auf vorher Geschehenes nicht, was doch sehr schade wäre.

 

Neu: Zu dieser Serie gibt es ein ausführliches Porträt mit Übersicht über alle Bände!

Zum Porträt der Serie

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