Cover "Gestaltwandler 6 - Sengende Nähe"

Nalini Singh: Gestaltwandler 6 – „Sengende Nähe“

Jeder Gestaltwandler sehnt sich danach, seinen Gefährten zu finden, doch für eine starke Frau ist das nicht leicht. Mercy könnte im Rudel der DarkRiver-Leoparden leicht einen unterlegenen Partner finden, der sie anbetet – aber sie wünscht sich einen Mann, der ihr auf Augenhöhe entgegentritt.

Dieses Problem ist nicht gerade selten, und das macht einen Teil des Charmes dieses Bandes aus. Natürlich ist in der Welt der Gestaltwandler alles viel dramatischer. Denn als Raubkatze ist Mercy auf Berührung angewiesen, um ihr Gleichgewicht zu halten. Dass sie nicht ausgeglichen ist, wirkt sich negativ auf das Rudel aus. In anderen Worten: Mercy muss einen Sexpartner finden, um keinen Schaden anzurichten. Da es in ihrem Rudel keinen geeigneten Kandidaten gibt – alle Wächter sind bereits gebunden – könnte sie unter normalen Umständen um einen Tausch mit einem anderen Rudel bitten. Doch die Zeiten sind gefährlich; überall auf der Welt verüben Mediale Selbstmordanschläge, und die DarkRiver-Leoparden brauchen ihre Wächterin. Also springt Mercys Großmutter, die ein Rudel in Südamerika anführt, in die Bresche und schickt zwei ihrer ungebundenen Wächter zu ihrer Enkelin, in der Hoffnung, einer von ihnen könne ihr Herz erobern. Doch es ist ein Wolf, der Mercy im Kopf herumspukt…

Riley Kincaid ist der ältere Bruder von Brenna, die wir bereits kennengelernt haben. Er ist Offizier der SnowDancer-Wölfe, die glücklicherweise mit den DarkRiver-Leoparden verbündet sind. Und auch der stille, scheinbar unerschütterliche Riley hat ein Geheimnis – diese nervige rothaarige Katze, die ihm nicht aus dem Kopf geht. Als die beiden sich schließlich im Wald begegnen, geben sie ihrer Leidenschaft füreinander nach. Danach sind beide wild entschlossen, es bei diesem einen „Fehltritt“ zu lassen – schließlich sind Wölfe und Raubkatzen nicht direkt füreinander bestimmt. Außerdem komplizieren ihre Gefühle ihren Job, denn Mercy und Riley sollen eine gemeinsame Operation der Rudel managen. Raubtiergestaltwandler sind dominanter und gefährlicher als andere Arten, darum folgen die anderen Gestaltwandler in ihrem Territorium ihnen; sie stehen aber auch unter dem Schutz der Stärkeren. Als eine Luchs-Familie auf dem Gebiet der Leoparden überfallen wird, rückt daher sofort die Kavallerie aus. Mercy und Riley kommen schnell darauf, dass das Ziel der Sohn der Familie war. Der junge Wissenschaftler wurde entführt, weil er an einem geheimen Projekt arbeitet, das dramatische politische Konsequenzen haben könnte. Nun bündeln Leoparden und Wölfe ihre Kräfte, um ihn zu retten und die Luchse zu rächen.

Mercy ist eine sehr sympathische Protagonistin – es gibt immer noch zu wenige Bücher über Frauen in „Männerberufen“! Riley ist so verschlossen, dass sein Charme sich mir nicht immer ganz erschließt, aber es ist absolut plausibel, dass Mercy in ihm ihren Partner sehen kann. Und so fiebern wir mit ihr und drücken die Daumen, dass die beiden die Schranken zwischen ihren Arten überwinden können und eine gute Lösung dafür finden, dass bei einer Paarung über Rudelgrenzen hinweg einer sein Rudel verlassen muss…

Die Rahmenhandlung ist auch im sechsten Band spannend wie eh und je. Der Menschenbund spielt hier eine weit größere Rolle als zuvor, wir lernen einzelne Vertreter kennen und bekommen damit auch einen besseren Einblick, wie man sich als Mensch in einer Welt fühlt, in der einem eine ganze Spezies körperlich und eine weitere geistig überlegen ist.

 

Neu: Zu dieser Serie gibt es ein ausführliches Porträt mit Übersicht über alle Bände!

Zum Porträt der Serie

Schreibe einen Kommentar