Cover "Gestaltwandler 9 - Wilde Glut"

Nalini Singh: Gestaltwandler 9 – „Wilde Glut“

Indigo Riviere, Offizierin der Gestaltwandler-Wölfe, sehnt sich nach einem Gefährten. Doch der Mann, der ihr den Hof macht, erscheint ihrer Wölfin völlig ungeeignet!

Indigo bekleidet einen sehr hohen Rang im Rudel: Wenn Riley Kincaid seine rechte Hand ist, ist sie die linke. Zu ihren Aufgaben gehört das Training der Soldaten, denn die schöne Frau ist eine knallharte Kämpferin – und ausgesprochen dominant. Damit eine Beziehung zwischen zwei Gestaltwandlern funktionieren kann, müssen sowohl die menschliche als auch die tierische Hälfte den Gefährten anerkennen. Das bedeutet in aller Regel, dass der Mann dominanter sein muss als die Frau, denn dominante Männer haben einen Beschützerinstinkt, der sonst alles vergiften könnte. Wie das aussieht, weiß Indigo aus leidvoller Erfahrung: Ihre Tante, selbst eine dominante Wölfin, hat einen ihr unterlegenen Mann als Gefährten gewählt. Jeden Tag ihres gemeinsam Lebens wirft er ihr das vor und verletzt sie damit zutiefst.

Alles in Indigo sträubt sich gegen eine solche Beziehung, daher ist sie ehrlich entsetzt, als Andrew Kincaid, genannt Drew, ihr Avancen macht. Denn Drew ist nicht nur vier Jahre jünger als sie, sondern auch weniger dominant. Indigo ist Offizierin und verfügt über eine eiserne Beherrschung, während der verspielte Drew mit seinem Charme jeden um den Finger wickeln kann und mit jedem im Rudel auf freundschaftlichem Fuß steht. Nicht einmal die reservierte Mediale Sienna Lauren kann ihm widerstehen.

Doch Drew ist seinem Bruder Riley, genannt „die Mauer“, ähnlicher, als die meisten ahnen. Obwohl Indigos Zurückweisung ihn zutiefst verletzt, weigert er sich, aufzugeben, und macht ihr weiterhin den Hof. Denn er spürt, dass die Frau, in die er seit Jahren verliebt ist, auch etwas für ihn empfindet. Und langsam, aber sicher, beginnt Indigo den Fehler in ihrer Logik zu sehen. Denn Drew bekleidet einen ganz besonderen Rang im Rudel: Als Fährtensucher ist es seine Aufgabe, wild gewordene Rudelgefährten aufzuspüren und sie, wenn keine andere Möglichkeit mehr bleibt, zu töten. Wild gewordene Gestaltwandler verlieren sie nicht einfach nur den Verstand; sie veranstalten ein Massaker unter denen, die sie einst am meisten liebten. Wenn so etwas geschieht, ist es ein Drama, von dem sich niemand wieder erholt, deshalb ist Drews Aufgabe von elementarer Bedeutung für das Rudel. An dieser Stelle beginnt Indigo, den Fehler in ihrer Logik zu sehen: Fährtensucher kann nur einer der stärksten Wölfe im Rudel werden – er müsste in der Lage sein, einen Offizier oder gar den Leitwolf zu finden und zur Strecke zu bringen, sollte es notwendig werden. Und so beginnt sie vorsichtig, mit dem jüngeren Mann zu spielen – bis dieser einen folgenschweren Fehler begeht.

Wir machen ein wenig Pause von den politischen Entwicklung und den Kämpfen um die Zukunft des Medialnets: Das alles tritt hier in den Hintergrund und schafft Raum für zwei ganz großartige Charaktere. Den charmanten, gutaussehenden Drew muss man einfach lieben – weil er, obwohl Indigo das gern übersehen würde, auch noch Tiefgang und das Zeug zu einem Grundpfeiler im Rudel der SnowDancer-Wölfe hat. Und weil ich es grundsätzlich toll finde, wenn Autoren sich auch mal über gesellschaftliche Konventionen hinwegsetzen. Vier Jahre Altersunterschied sind nicht viel, aber Indigo ist sicher nicht die einzige Frau, die das verunsichern würde. Und dann wäre da noch die Sache mit der Dominanz – nicht nur bei Gestaltwandlern scheint es immer noch üblich zu sein, dass der Mann sich überlegen fühlen können muss. Da ist ein Protagonist, der sich um all das herzlich wenig schert, doch eine sehr angenehme Abwechslung! Und auch Indigo mit ihrem tief verankerten Verantwortungsbewusstsein dem Rudel gegenüber ist eine tolle Hauptfigur. Über sie lernen wir das SnowDancer-Rudel noch viel besser kennen.

 

Neu: Zu dieser Serie gibt es ein ausführliches Porträt mit Übersicht über alle Bände!

Zum Porträt der Serie

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