Unliebsame Aufgaben erledigen in 25 Minuten mit der Pomodoro-Technik

Neues Jahr, neuer Fokus

Zeit für die guten Vorsätze! Wie sieht es bei euch damit aus? Habt ihr schon eine Liste? Bei uns gibt es eine, und darauf steht auch: Wieder bloggen. In den letzten Monaten ist hier nichts mehr passiert, weil viele andere Dinge sich in den Vordergrund gedrängt haben und auch, weil ich einen Fehler in meinem Konzept nicht länger verdrängen konnte: Ich schaffe es gar nicht, so viele Bücher zu lesen, wie ich rezensieren sollte, und gleichzeitig passiert ganz viel, über das ich gern schreiben würde, das hier nie reingepasst hat. Also werden wir das ändern!

Ab sofort geht es hier um die Arbeit und um das Vergnügen. Wir gehen direkt in die Vollen:

Glücksklee

Ungeliebte Aufgaben erledigen leicht(er) gemacht

Jedes Jahr wieder schafft es das Erledigen von Aufgaben in irgendeiner Form auf die Liste meiner Vorsätze. Und ich vermute stark, das geht mir nicht alleine so, denn Aufgaben hat nun mal jeder. Eins sei gleich klargestellt: Ich unterscheide nicht zwischen „wichtigen“ und „trivialen“ Aufgaben, es liegt mir völlig fern, hier gewichten oder werten zu wollen. Wenn ihr es erledigen müsst, ist es eine Aufgabe, ganz gleich, ob es sich dabei um die Wäsche, das Wechseln voller Windeln oder das Vorbereiten einer PowerPoint-Präsentation handeln mag. Und für viele dieser Aufgaben ist es gut, einen Plan zu haben. Dabei geht es mir persönlich so, dass ich mich nicht auf eine Methode festlegen kann: Während im Job zum Beispiel eine individuelle Mischung aus GTD und Kanban ziemlich gut funktioniert, benutze ich für den Einkauf eine einfache Liste. Keine dieser beiden bewährten Methoden greift aber, wenn ich auf etwas wirklich, wirklich keine Lust habe. Dann trödele ich herum, bevor ich überhaupt anfange, und nutze jede Gelegenheit, um mich ablenken zu lassen. Das Ergebnis: Es dauert ewig, und beim nächsten Mal habe ich noch weniger Lust.

Unliebsame Aufgaben kann es in allen Lebensbereichen geben, auch in denen, die für uns persönlich Priorität haben. Dass man eine Aufgabe ungern erledigt, bedeutet nicht, dass sie einem nicht wichtig ist. Ich liebe den Flaschengeist, aber kämmen? Nein. Das bleibt ein notwendiges Übel. Ähnlich kann es bei euch mit diesem oder jenem Bedürfnis eurer Kinder aussehen, oder mit einem Aspekt eures Jobs. (Soll ich noch mal aus dem Nähkästchen plaudern? Jahresberichte. Absolut notwendig, total nützlich, ausfallen lassen ist keine Diskussionsgrundlage. Aber. Sie zu erstellen ist ja sooo zäh!)

Für diese Fälle nutze ich seit einer Weile meine Interpretation der Pomodoro-Technik. Dazu gibt es zahllose Anleitungen online und in Büchern, aber insbesondere der erste Schritt in der folgenden Liste und der Spin, die Methode bei Aufgaben anzuwenden, die ich gern aufschiebe, waren mir persönlich eine große Hilfe.

Die Pomodoro-Technik

  1. Das schlechte Gewissen vergessen (oder verdrängen) und den „Angstgegner“ identifizieren. Es gibt keine Aufgaben, die wir mögen müssen. Für diesen Artikel wird mein Wohnungsputz als Beispiel dienen – ich finde meine Wohnung total klasse, ich habe sie mit viel Liebe eingerichtet, ich habe ein Auge fürs Detail und so weiter. Aber putzen? Das ist jede Woche wieder ein Kampf. Jede Woche wieder überlege ich ganz ernsthaft, ob es nicht Wichtigeres zu tun gibt. (Und um zum schlechten Gewissen zurückzukommen: Ja, ich bin eine Frau und ja, mir sind ganz viele Sachen wichtiger!) Leider wissen wir es alle: Diese Dinge können wir aufschieben, aber nicht ewig vermeiden.
    Also, was sind eure ungeliebten Aufgaben?
  2. Die Aufgabe genau definieren, im Idealfall sogar schriftlich. Dabei ist es wichtig, Teilaufgaben oder Handlungsschritte zu formulieren – so wirkt die Aufgabe, die wie ein Mammutprojekt wirkte, hoffentlich gleich weniger furchteinflößend. Um bei meinem Beispiel Wohnungsputz zu bleiben, steht dann auf meinem Zettel:
    • Bad putzen
    • Küche putzen
    • Wohnzimmer und Büro abstauben
    • Fußböden
  3. Eine Uhr auf 25 Minuten stellen. Alternativ kann man sich einen Pomodoro-Timer aufs Handy laden. Dafür gibt es zahlreiche Apps, kostenlose oder kostenpflichtige mit mehr Extras, aber: simple does it. Der Erfinder der Pomodoro-Methode empfahl Block und Bleistift zum Notieren der Aufgaben und eine Eieruhr für die 25 Minuten. Was immer ihr benutzt, es hilft, wenn es euch ein Gefühl für die ablaufende Zeit vermittelt – sei es über ein Ticken oder eine runterzählende Anzeige.
    (Falls ihr keine Lust zum Suchen habt: Ich benutze auf dem iPhone die kostenfreie App Focus Keeper.)
    Screenshot Focus Keeper
  4. In exakt 25 Minuten eine Teilaufgabe erledigen. Danach gibt es eine kurze Pause von 5 Minuten. Der Trick ist, dass man deinen Ehrgeiz daran setzt, es wirklich zu schaffen – danach kann man schließlich auch einen großen Haken machen und sich sogar eine wohlverdiente Pause gönnen! Damit das klappt, sind alle Ablenkungen tabu. Das setzt ungeahnte Energien frei, der Erfolg macht sich schnell bemerkbar. Ich hätte zum Beispiel geschworen, das Bad zu putzen dauert eine Stunde. Aber nein: Nach 25 Minuten ist es sauber, wenn ich das Handy igoniere, nicht zwischendurch in den Keller renne, um die Wäsche in den Trockner zu räumen, und so weiter.
    Falls man seine Aufgabe aber doch zu groß gewählt haben sollte, kein Problem: Die kurze Pause gibt es trotzdem, und weiter geht’s. Das steht so zwar nicht im Lehrbuch, aber natürlich kann man im nächsten Pomodoro dann zwei Aufgaben angehen. Wenn es möglich ist, sollte ma die Aufgabe für das nächste Mal aber unterteilen, damit man sein Ziel auch in 25 Minuten erreichen kann – das gibt einen Motivationsschub!
  5. Nach vier Pomodori kommt eine längere Pause von 25 Minuten. Dann geht es weiter mit dem nächsten Vierer-Block – wenn man so viele Pomodori braucht. Die Methode soll ja eine Hilfestellung sein und kein neuer Reifen, durch den wir auch noch springen müssen. Falls also die App 12 Pomodori pro Tag empfielt, kann und sollte man das bei Bedarf auch ignorieren. Die Methode eignet sich meiner Meinung nach nicht für alles. Wäsche waschen in 25 Minuten zum Beispiel wird nie passieren, das Vereinbaren von Arztterminen vielleicht auch nicht. Und bei Arbeiten, die mir Spaß machen, würde mich das ständige Klingeln eher aus dem Flow reißen, da bleibe ich gern länger am Ball. Aber das Entrümpeln des Kellers, der Jahresbericht oder die Essensvorbereitung? Wie für den Pomodoro-Timer gemacht!

Habt ihr die Pomodoro-Technik schon einmal ausprobiert? Wenn ja, verratet doch gern in einem Kommentar, welche Aufgaben ihr damit erledigen konntet, und welche nicht. Wir sind doch alle permanent auf der Suche nach dem besten Trick!

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